c’est chic
“chic” und “schick”
Aus nhd. “Schick” m. (“gutes Aussehen; gute Haltung; richtiges Verhalten; Geschicklichkeit, Talent”, einem Verbalsubstantiv zu “schicken”) wurde franz. “chic” m. entlehnt. Dieses ist aber erst 1793 belegt, und zwar zunächst als “berufliche Geschicklichkeit”, dann, seit dem frühen 19. Jh. (1808? oder erst seit 1835), als “(gewagte) Eleganz, gute Umgangsformen”, seit 1869 auch als Adj. “elegant (mit Pfiff)”. Daraus wurde schon bald wieder (seit 1831, DFWB, 2. Aufl.) nhd. “Chic” m. (z.T. als “Schick” geschrieben) rückentlehnt, aber zunächst nur auf franz. Verhältnisse bezogen, in der Bedeutung “(in Malerei und Literatur:) Pfiff, Geschick in der künstlerischen Ausführung”, dann, immer noch v. a. auf Frankreich bezogen, “feinere Lebensart, Anstand, gute Umgangsformen”, dann “Eleganz, Originalität, guter Geschmack (in der äußeren Erscheinung)”. Die Beispiele im DFWB lassen keine Entscheidung zu, wann die erste Verwendung auf deutsche Verhältnisse belegt ist. Sicher ist ein Beleg von 1881 (also relativ spät). Das Adj. chic “elegant” ist seit 1866 bezeugt (was zeigt, dass der franz. Erstbeleg belanglos ist), seit 1880 auf nichtfranz. Verhältnisse bezogen. Aus franz. “chic” adj. wurde auch ital. “chic” (1873+), “scicche” (1891+) im Sinn von “sehr elegant; distinguiert” entlehnt. Dazu wurde schon bald ein Abstraktum “sciccheria” (“Eleganz”) gebildet (1884+). Dieses wiederum wird im Nhd. seit 1974 abfällig für eine gewisse in Mode und Savoir-vivre tonangebende Gesellschaftsschicht gebraucht.
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